Nightwing
oder: Wie ich die Walpurgisnacht in den australischen Hartz Mountains verbrachte

Liebe Mitharzer und Freunde heidnischer Braeuche,
stellt euch vor, es ist Hexennacht am Blocksberg und ich bin nicht da. Ich war eigentlich nie da! Zumindest nicht an einem 30. April. Im Harz duerfte ich das letzte Mal vor 15 Jahren gewesen sein. Und heute dann wieder. Nur auf der anderen Seite der Erdkugel – in den Hartz Mountains. Ich habe ungefaehr 5 Leute befragt, ob dieser Hartz etwas mit dem unsrigen zu tun hat oder nicht, bis ich tatsaechlich am Ende des Tages eine vernuenftige Antwort bekam. Aber wir wollen den Dingen ja nicht vorweggreifen!

Zunaechst einmal muss ich erzaehlen, dass wir in selbigen Hartz Bergen ein bisschen spazieren waren, am Lake Osborne (nicht nach Ozzy benannt!) neben den King Billy Pinien in die sauberste Luft der Welt geschnuppert haben und uns zumindest erzaehlt haben, was in dieser heidnischen Nacht in good old Germany so abgeht und dass in diesem Teil der Erde maximal die Opossums wie Hexen kreischen und die Teufel das ein oder andere Opossum daraufhin reissen. Also eigentlich recht aehnliche Verlaeufe. Tasmanien ist leider zu jung fuer Hexengeschichten und Legenden rund um die Berge. Maximal ein paar erfrorene Wanderer sind zu beklagen. Aber das kann quasi auch in den Cradle Mountains passieren…

In der Naehe der Harzer ist auch der Tahune Airwalk, ein Laufgitter in 48 Meter Hoehe, das an den wirklich hohen Baumriesen vorbeifuehrt. Hat nix wackeliges an sich. Alles sicher, mit Gittern so hoch wie Claudi – keine Chance ueberzukippen. Dafuer haben die beiden Haengebruecken ueber den Huon und den Picton huepfigen Spass gemacht.
Nebenbei habe ich erfahren, dass Tasmanien sich mal als die Apfelinsel bezeichnet hat. Bis in die 70er hat man vor allem im Huon Valley, in dem wir heute unterwegs waren, Apfelplantagen gehegt und gepflegt, bis jemand in Europa den Hahn zugedreht hat und der Export nix mehr gebracht hat. Hier sollen ganze Plantagen in Feuer aufgegangen sein! Mittlerweile exportiert man das Obst nach Asien und pflanzt entsprechend neue Baeumchen. Die sind kaum einen Meter hoch, aber krachend voll, die Aeste zum brechen beladen. An einer dieser Plantagen ging es aufwaerts zum recht versteckten Nachtlager. Mitten im Gebuesch, hinter den sieben Bergen bei den zwei Zwergen haben wir eine Luxushuette mit ohne Heizung im Schlafzimmer ergattert (nagut, war schon vorbestellt) und einer Aussenbadewanne mit Waldblick der spektakulaeren Art. Und einem Kamin! Um den haben wir uns zum Abendessen mit einem der beiden Eigener und unserem Maetti geschart und lecker Wasabi-Kaese und Haehnchenbrust in Pflaumensauce geschlemmt.

Nebenbei hat uns Paul (mit Knickhaendchen
) von seinem kleinen Resort hier oben in den Bergen vorgeschwaermt, er hat sogar Luxustipis! Und Paul konnte mir auch endlich eine schriftliche Quelle vorweisen, laut der unser schoener Harz die Namensvorlage fuer den Tasmanischen ist. Paul und Michael machen das erst seit einigen Jahren hier oben. Michael kocht und putzt, Paul geht rangern und baut die Huetten… das perfekte Paar. Und ihr Haustier ist ein Wallabie namens Ratty. Habe ich am naechsten Morgen kurz knuddeln und mit Weintrauben fuettern duerfen – suueeesss
Kann die warme Umsorge der beiden auf jeden Fall empfehlen, hatten einen lustigen Abend und einen wirklichen genialen Ausblick auf den waldigen Abgrund. Teufel wurden nicht gesichtet, auch nicht gehoert, aber ich kann es ja einfach mal behaupten, kann niemand das Gegenteil behaupten, denn wir duerften so ziemlich die einzigen Menschen dort gewesen sein – und bezaubert bzw. leicht behext vom guten Tassiewein…. ich glaub, da hat grad was gekreischt. Muss mal meine Jungs suchen gehen!
bis spaeter.
Frohes Hui-Buh!
Claudi














