2009
2009
… dieses Kapitel dürfte die Vegetarier nach dem Pferde- und Gulaschbericht wieder versöhnen. Den letzten (offiziellen) Teil dieser anstrengenden Recherche (ich weiß, ihr glaubt mir nicht!!!) haben die Israelin und ich mit Kaffee trinken und Strudel essen verbracht. Andreas Alternative brachte uns zum Retesház – dem Strudelhaus. Man möchte meinen, das sei eine langansässige Instanz der Stadt, aber das Haus existiert erst seit ein paar Jahren. Wie ich festgestellt habe, wird der Strudel mehrheitlich als eine Ösi-Erfindung betrachtet (Wiki hat nicht immer Recht), aber die Lorbeeren stehen in dem Fall wohl den Türken zu. Die haben 150 Jahre lang das heutige Ungarn besetzt und den (ja nun nicht mehr so ganz gesicherten) Steppenvölkern Kultur begebracht: Kaffee trinken, z.B. und dazu Baklava. Im Prinzip ist der Strudel nichts viel anderes als ein bisschen anders gefülltes Baklava, allerdings zuckerfrei. 
2009
Szervusz cuszammen!
Ich erzähl euch jetzt, was ihr in den Sis(s)i-Filmen nicht so ganz erzählt bekommen habt! Im Grassalkovich Schloss, unweit von Budapest, in unscheinbaren Örtchen Gödöllö nämlich residierte die Kaiserin von Österreich-Ungarn exakt 2000 Tage (das nennt man Faktenrecherche!) in überwiegend brombeerfarbenen Seidentapeten und ließ sich auf so manchem Gemälde um einiges hübscher und jünger malen, als sie in Wirklichkeit war (davon gibt es nämlich Fotos und die lügen nicht so). 
2009
Jó nápot!
Man muss offensichtlich nur lange genug über Niederschläge nörgeln, dann kommt die Sonne ganz automatisch. Heute also Sonnenschein! Blauer Himmel. Bitterkalt. Trotzdem. Aber man arrangiert sich bzw. hofft, möglichst lange im Auto herumgekutscht zu werden und steht dann trotzdem morgens um 10 auf dem Dach eines 4stöckigen Geologischen Instituts und schaut sich die Muster der blauen Keramikschindeln und Türmchen an. 
2009
Ganz ehrlich: es wäre ein Leichtes gewesen, einen weiteren Regensong aus dem Hut zu zaubern… oder auch die Gypsy Woman, die ich heute traf… aber irgendwie ist das ein Trip, der mich an meine Kindheit erinnert. Das ist das Land, wo es in kargen Ostzeiten Coca Cola gab und überall nach entweder Paprika oder Fischsuppe mit Paprika duftete – mein Ungarn. Ich war zwar auch als Teenager einmal in Budapest, aber das war eine Klassenfahrt, an deren Verlauf ich mich nicht mehr erinnern kann. Die nächste Erinnerung führt also zurück ins Jahr 1987. Kinders, ich werd alt, das ist 22 Jahre her! 






