2006
Ich sag euch: Wenn man in Rom über die Straße läuft und trotzdem alle fahren, kann man sicher sein, dass sie rechtzeitig stoppen. Wenn man in Syrien bei grün über die Fußgängerampel geht, kann man gewiss sein, dass sie einem die Beine abfahren, wenn man sich nicht wie beim Hindernislauf durchhechtet! Aber ich hab es ja überlebt. Sowohl den Straßenverkehr als gemeine Automasse, als auch die ohrenbetäubende Hupanlage und Abgasproduktionsstätte, die er nun mal ist. Wir haben drei Nächte in Aleppo genächtigt. Hotel Ambassador, 2 Sterne. Wenn man dieses Hotel einem tatsächlichen Botschafter angeboten hätte, würde der binnen Sekunden die ortsansässige Botschaft seines Landes in Syrien schließen lassen. 
2006
2006
So ihr Lieben,
ich habe wieder eine halbwegs stabile Verbindung… und berichte mal von den vergangenen zwei Tagen und einer Reise in der Zeit zurück. Der Montag begann relativ zeitig – ich musste vor 10 Uhr aufstehen! Das ist ja fast wie Arbeiten!!! Wir haben uns zum so genannten Busbahnhof chauffieren lassen – angekommen sind wir auf dem Damaszener Autofriedhof, würde ich sagen. Soviel Werkstätten und Ersatzteillager aneinander hab ich im Leben noch nicht gesehen. Wenn man allerdings bedenkt wie die hier fahren… brauchen sie definitiv ALLE diese Ersatzteile. Naja, am Friedhof, ich meine Bahnhof, haben uns dann auch gleich viele Männer in Empfang genommen und in einen Bus nach Palmyra gesetzt. Es hat wieder eine halbe Stunde gedauert, bis sie die Ausweise kontrolliert, unsere Namen auf Arabisch aufgeschrieben hatten und wir für lächerliche 230 Pfund 2,5 Stunden lang durchs öde Land fahren durften. 
2006
“luggage isn’t always on time…” aber immerhin, es ist wieder da! Beide Kraxen haben den Damaszener Flughafen heute morgen erreicht. Hotel-Chef Bayan himself hat uns zum Airport gekutscht und nun kennen wir auch den Service Chief der Gepäckaufbewahrung ganz gut. Bayan scheint ein hohes Tier hier zu sein. Wenn wir seinen Namen irgendwo erwähnen, öffnen sich plötzlich alle Türen! Und das Gepäck spaziert herein
Wo auch immer sie es gefunden haben… Mit entsprechend mehr Motivation haben wir also das Tagesprogramm heute etwas gestaltet. Auf dem Weg zum Flughafen gab’s eine kleine Sightseeingtour. Vorbei an der bröckeligen Altstadt (sieht aus wie ein Schlachtfeld!), durchs Christenviertel (20% der Stadtbevölkerung huldigen tatsächlich dem lieben Gott) und allgegenwärtig die Bilder von Assad senior und junior vor der Nase. Vergesst die Lenin-Denkmäler in Russland und die Honecker-Gemälde im alten Osten – diese Herren prangen von jeder Hauswand, hängen in jedem Billigkaufhaus an der Wand und selbst beim Dönermann in der Auslage grinst einer der beiden. 
2006
Geneigte Leser,
die Tatsache, dass euch diese Nachricht erreicht, will meinen: Sie hat es geschafft! Damaskus – die Mutter aller Städte hat uns mehr oder weniger liebevoll in ihren verdreckten Schoß aufgenommen!
Und jetzt habt ihr was zu lachen:
Wir starten am Freitag, den 13. Erste Ansage am Flughafen Frankfurt: “Ihr Flug wurde gestrichen, Sie müssen umbuchen” Wir nehmen’s noch gelassen, denn der Ersatzflug liegt angeblich nur 15 Minuten dahinter, immer noch genug Zeit, um in London von 1 nach 4 zu kommen – in 75 Minuten. Leider verschiebt sich der Ersatzstart um 40 Minuten. Zum Trost sehen wir London dafür richtig lange aus der Luft… wir kreisen! Die Zeit tickt, mittlerweile hat man eine Eskorte gestellt, um uns übers Rollfeld zu kutschieren… auch schön. 







