Wie ich den stürmischen Winden Andalusiens trotze
bereist am:
Seaside Rendezvous

Wie ich den stürmischen Winden Andalusiens trotze

Gibraltar ist zwar die südlichste Landspitze Europas, aber die beste Sicht nach Afrika hatten wir weiter westlich, kurz vor Tarifa. Da gibt es jede Menge Windräder – aus gutem Grund, denn am Ausguck hat es uns fast weggeweht. Dafür sieht man dann aber auch wirklich afrikanische Landmasse, als wäre sie nur ein paar Meter weit weg. Tarifa selbst galt mal als Geheimtipp für Windsurfer. Heute ist der Ort vollgestopft mit Surfartikel-Geschäften und Jugendherbergen, die sich mit Hai-Logos und Surfbrettern schmücken. Ein paar maurische Spuren gibt es wohl auch noch, aber wir haben uns in einen Turm am Kilometerstein 72 zurückgezogen, mit Blick und Gehör aufs tosende Meer.

windig am Baleo-Claudia

Windiger Abstecher zur Archäologie

Baden macht bei solcher Brandung also weniger Spaß. Daher die sofortige Weiterfahrt am nächsten Tag. Immer schön am Wasser lang, solange die Straße entlang geht. Landeseinwärts erkennt man die Wellen und damit den Wind an den Windmühlenfeldern. Hinter so einem Feld mit Mühlen und Olivenbäumen zweigt der Weg zu einer alten römischen Ansiedlung. Hauptsächlich zu ihren Resten. Baelo Claudia wurde im 2. Jhd v.Chr. gegründet und diente natürlich der fischverarbeitenden Industrie und als Hafen für den Handel nach Afrika. Naturkräfte haben die Römer im 6. Jhd. Vertrieben, bei uns hat der Wind auch versucht, den Rundgang zwischen Tempelsäulen, Teatro und Sauna zu beschleunigen.

Baleo Claudia

Rota im Beinahe-Sandsturm

Mit Sturmfrisur und leicht durchgeschüttelt bewegt man sich dann landeinwärts, nach Jerez, der Pferde- und Sherrystadt. Aber weil in Andalusien am Nachmittag grundsätzlich alles geschlossen ist und sich jede Stadt in eine Geisterstadt verwandelt, haben wir dann doch noch mal den Weg ans Meer genommen. Für mich bis dahin nie namentlich aufgefallen: Rota. Nettes Örtchen, alles sehr weiß, eine Mondfestung, eine Kirche, ein Strand und diverse Kitesurfer. Aus baden wurde da auch nicht, dafür haben wir die Sandstrahl-Wellnessanwendung kostenlos bekommen. Auch dort pfeifft der Wind noch ordentlich um die Ecke. Man kann wohl durchs kalte Atlantikwasser plantschen, aber ich empfehle mindestens 7mm Neopren – das federt auch ein bisschen den peitschenden Sandsturm ab. Dafür hat man seinen eigenen Strand und viel Auslauf. Morgen geht es in die Kornkammer Andalusiens und nach Sevilla!

Adios soweit 🙂

Stichworte: , , , , , ,