Wie ich die Berge hinter Sydney und die berühmte Oper bewanderte
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Von den Blauen Bergen kommen wir

Wie ich die Berge hinter Sydney und die berühmte Oper bewanderte

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Jahaaa… die gute alte deutsche Weise von den Blauen Bergen. Gibt’s die Zuhause? Die blauen Berge, meine ich. Kann gut sein. Laut Bild müsste das das Elbsandsteingebirge sein. Alle Berge sehen blau aus, wenn man sie mit entsprechendem Abstand betrachtet. Die australischen Blue Mountains verdanken ihre Benennung den Eukalyptuswäldern, die sie überwuchern. Die geben nämlich so einen bläulichen Dunst ab – steht im Lonely Planet.

Bilder von Australien

Ich bin also durch die Eukalyptushaine geschritten und habe die „Drei Schwestern“ erst von weitem, dann von oben, aus direkter Nähe, von unten und zum Schluss wieder von weitem betrachtet. Und bin die große Treppe runtergeklettert. Immer brav hinter den Herren her. Der vordere, das ist der Jonas. Seines Zeichens Deutscher aus Schwetzingen und seit Monaten in OZ unterwegs.

Haben ihn am Vorabend in einer Kneipe (wo auch sonst ;)) in Katoomba getroffen und spontan eine gemeinsame Wandertour (Bushwalking auf Englisch) beschlossen. Keine Ahnung, wie viele Stufen das da runter waren, ich war nur heilfroh, sie nicht wieder hochlaufen zu müssen! Dafür gibt es eine Seilbahn 🙂 Und es duftet wirklich nach Eukalyptus, da unten im Regenwald.

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Koalas hab ich leider keine entdeckt, haben vermutlich gepennt. Wusstet ihr, dass Koalas wirklich doof sind? Das Durchschnittshirn eines Koalas ist ungefähr so groß wie eine Walnuss… und da steckt nicht unbedingt komprimiertes Wissen drin! Deshalb trotten die in manchen Gegenden ja auch ganz gemütlich über die Straße und werden überfahren. Aber niedlich sind sie trotzdem. Und ich bitte, von Fragen wie Ob man Koala braten oder frittieren kann, ABZUSEHEN!

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Soweit die Blauen Berge. Viel war in Katoomba auch nicht ungedingt los. Nettes kleines Städtchen, übersichtlich und freundlich. Anders als Sydney. Dort haben wir als erstes Mal das Auto wieder abgestoßen – 1400 Kilometer waren es ungefähr, darin enthalten die kleinen Umwege, um aus Melbourne rauszukommen, Lakes Entrance, Merimbula und Kiama zu erreichen und den Weg durch die Blue Mountains nach Katoomba zu finden. Und das alles auf der falschen Straßenseite! Und mit Automatik. Jungs, mal ehrlich: Automatik fahren doch echt nur Mädchen, oder?! Habe entsprechendes Chaos veranstaltet und immer fleißig mit der Bremse gekuppelt 😀 Ich glaube, der Isländer wollte das Auto deshalb so schnell loswerden, damit ich nicht noch so ein Kuppelmanöver durchziehen kann. Immerhin, ich habe keinen Unfall gebaut! 😀

Nun ja, und jetzt sitz ich in Sydney, das ich auch gleich wieder verlassen werde – um zu den Fischen zu fahren! Sydney hat viel von London. Es gibt ein paar größere Einkaufsstraßen, obwohl die Oxford Street hier nicht die Einkaufsmeile bildet. Es gibt ein Bankenviertel. Es gibt Stadtteile mit Namen wie Paddington und Kings Cross – letzteres übrigens die rote Meile, auf der wir gestern Abend vergeblich nach einem Rockschuppen gesucht haben. Hätte diesen Eintrag auch „Still haven’t found what I’m looking for“ nennen können. Das ist nämlich das Äußerste, was man bekommen kann: U2. Vorzugsweise in einem Irish Pub Ihrer Wahl. Und das mag ich an Sydney und allen anderen Großstädten eben nicht: Du triffst entweder ein Haufen Backpacker und Länger-hier-gebliebene oder die echten Aussis, die meinen man müsse im Irish Pub auftreten, als würde man in einen exklusiven Club einmarschieren. Tussis, tzetzetze… Da sind mit die Dorfkinder in Katoomba lieber gewesen. Die gehen nicht in die Kneipe um gesehen zu werden, sondern um Musik zu hören und Billard zu spielen. Ich mag dieses allabendliche Kostümfest hier irgendwie nicht.

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Aber Sydneys schöne Seite gibt es ja auch! Auf einem langen Marsch von unserem Hostel (Tokyo Village und ja, voller Asiaten) zum Hafen liegt zum Beispiel der Royale Botanische Garten und THE DOMAIN 😀 Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Domain das Parkgelände um den Garten selbst. Also ziemlich groß 😉 Im Garten hängen Tausende Flughunde in den Bäumen. Die kleinen Vampire machen ziemlich viel Lärm und starten meist zu Sonnenuntergang in die Abendluft. Ein bisschen unheimlich, das.

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Ja, und dann natürlich der Hafen und das Operngebäude. Auf die Harbor Bridge klettere ich nach meinen Unterwasserabenteuern in Cairns, aber in der Oper war ich schon drin. Nur zum umgucken, auf einer Gebäudeführung, keine Vorstellung. Interessante Geschichte. Der Architekt ist nach 10 Jahren aus dem Projekt ausgestiegen und hat das Gebäude selbst nie betreten. Aber man hat ihm einen eigenen Raum gewidmet, für den er sogar ein „Gemälde“ gestiftet hat. Exzentriker! In den beiden großen „Muscheln“ sind je ein Theater und diverse Räumlichkeiten untergebracht, in der kleinen Muschel eine Art Empfangshalle.

Unser Führer hat sich damit gebrüstet, dass in dieser Oper schon Sumo- und Boxkämpfe ausgetragen wurden, Olivia Newton-John noch immer auftritt und eine Karte für ein Andrea-Bocelli-Konzert 825 Dollar gekostet hat. Ich mochte die Kacheln des Daches. Der Glanzeffekt der Oper kommt von den Kacheln. Zwei Farben und zwei verschiedene Oberflächenformen (matt und glänzend) machen den ganzen Zauber aus.

So, nun muss ich los. Das Riff wartet und Zyklon Monica ist hoffentlich schon abgezogen. Sollte mich bis Donnerstag kein Hai gefressen haben, melde ich mich wieder 😉

Petri Heil!
Claudi 🙂

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