Warum der Weg zur täglichen Arbeit in Berlin auch eine Reise sein kann
bereist am:
Dickes B.

Warum der Weg zur täglichen Arbeit in Berlin auch eine Reise sein kann

Hey, in dem Bürohaus, in dem ich hocke, sitzen 2 Etagen drüber die Manager von Seeed! Und das ist mitten in Kreuzberg. An der Hausfassade nebenan hängt eine Piratenflagge. Stilvoll. Der Türke vom Kiosk gegenüber hat mir gestern die Hand gegeben, als ich seinen Laden betreten wollte, mir ein gesundes Neues gewünscht und so getan, als kennten wir uns schon ewig.

Naja, ich habe 3 Tage zuvor geschlagene 1,5 Stunden in seinem Laden gehockt und gewartet, dass meine Kollegen zur Arbeit erscheinen und einer mal die Tür aufschließt! Ja, ich arbeite wieder. Und ja, ich war zu früh da. Wird sicher nie wieder vorkommen!

Das Umhertrippen in der Weltgeschichte hat sich demnach also erstmal ausgetrippert… Meine Reisen beschränken sich derzeit auf S-, M- und U-Bahnfahren in Berlin. Von Tante Doris aus bis zur Reichenberger Straße und der Trip-Firma, der nun mein weltenbummlerisches Allwissen zugute kommt. Von Berlin habe ich rein touristisch betrachtet kaum was gesehen. War am Freitag abend mal kurz die kleine Kneipenmeile hier um die Ecke checken. Haha, altes Gesicht wiedererkannt: das Wild at Heart. Weil der Ordner (nein, sind nicht alle lieb) mich blöde angeschnauzt hat, sind wir da auch nicht reingegangen.

Stattdessen ins Travolta (mit Totenschädeln an der blutroten Wand) und Beach Boys und Elvis in der Musicbox. So ist das hier! Oh und unbedingt erwähnenswert: der Libanese um die Ecke: Nachtigall Imbiss! Zimtbrote wie in Syrien, nur die Zitrone in der Shawarma-Sauce fehlt noch, aber das bring ich dem noch bei 😀 Das erste Shawarma seit fast einem Jahr, ach war das lecker!

Ansonsten ergießen sich die Tourihighlights zur Rechten und Linken bei der Durchfahrt. Hab da täglich 2 Stunden Zeit zum „ausm Fenster starren“. Bahnfahrten halt. Tante Doris wohnt nämlich in Buch (jwd). Und ist gar nicht meine Tante. Verhält sich aber so. Wir hatten eigentlich nur 2 bis 3 Wochen „aufm Dachboden unterschlüpfen“ ausgemacht, aber wie es ausschaut, wird sie mich demnächst adpotieren und ich darf dort weiter wohnen, bis ich die perfekte Wohnung in der Hauptstadt gefunden habe. Die Suche danach gestaltet sich eher zäh. Also reden wir nicht davon. Doris war mal Grafikerin und hat ein Riesenhaus, voller Antiquitäten. Und Nähmaschinen. Also, ich mag’s da aufm Dachboden. Nicht wegen der Nähmaschinen!

Tja und sonst: trippe ich wieder mal per Netz. Mein neuer Projektgeber nennt sich Tripsbytips. Das Team ist jung, aufstrebend und sehr nett. Man skypt und chattet von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Es läuft fast rund um die Uhr Coldplay (hab mich schon abgeschirmt ;)) und Mittag wird jeden Tag woanders eingenommen. Sind hier schließlich in Kreuzberg, da hat jeder zweite Türke eine Dönerbude oder ein Internetcafe. Also nix mehr mit Sodexho und Aramak! 🙂

Muss zurück an die Ruderbank!
bis die Tage
Claudi, Netzbummlerin 🙂

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