Faials Vulkane: Caldeira und Capelinhos
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Faials Vulkane: Caldeira und Capelinhos


Den Weg zum Cabeço Gordo, dem höchsten (1043 m) Berg und selbstverständlich auch Vulkan Faials haben wir des schlechten Wetters wegen gleich zweimal angetreten. Es wurde nicht besser, entsprechend müde und farblos sahen die meterhohen, sonst blau blühenden Hortensienhecken und –hänge aus. Sie sind der Grund für den Beinamen Faials als die Ilha Azul (blaue Insel). Wenn man richtig viele und lange Hortensienhecken auf den Azoren sehen möchte, muss man Faial besuchen – im Sommer.

Hortensienhecken auf Faial

Hortensienhecken auf Faial

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Am Kraterrand der Caldeira des Cabeço Gordo

Über den Kraterrand der zwei Kilometer messenden Caldeira des Cabeço Gordo wabern endlos die Wolken. Den Blick nach drüben zum Pico versperrt die Wolkenwand eisern. Eine Weile schaue ich auf den niedlichen kleinen Krater im Krater, 400 Meter unter mir. Die grünen Hänge und die Sumpflandschaft im Talkessel der Caldera trügen. Der Cabeço Gordo ist seit über 200 Jahren nicht ausgebrochen. Aber er ist nur ein Teil einer Vulkankette und die ist nach wie vor aktiv. Faial ist dem Mittelatlantischen Rücken am nächsten gelegen, entsprechend aktiv ist die Erde hier.

Faials Westspitze: Ponta dos Capelinhos

Wie aktiv der große Vulkan und seine kleinen Brüder auf Faial sind, schauen wir uns im Westen der Insel an. Unweit der kleinen Siedlung Capelo betreten wir eine schwarz-graue Mond- und Staublandschaft. Über Holzstege und Betonwege wandern wir auf die Spitze eines Leuchtturms zu. Je näher wir kommen und je mehr vom Turm sichtbarer wird, desto klarer wird auch, dass der Leuchtturm nur noch eine (begehbare) Ruine ist. Er sitzt im Aschefeld, genau wie der Eingang zum Besucherzentrum gegenüber.

Wir wandeln auf der Halbinsel Ponta dos Capelinhos und den Resten des jüngsten Vulkans der Azoren, dem Vulcão dos Capelinhos. Vor der Steilküste von Capelo sprudelte 1957 der Vulkan aus dem Wasser hoch und machte Vulkanologie zum täglichen Live-Schauspiel für Anwohner und Wissenschaftler.

Entstehung eines Vulkans

Die Leute konnten ein ganzes Jahr lang zugucken, wie ein Vulkan entsteht, sich aus dem Meer erhebt, sogar die Lücke zum Festland mit Lava und Stein füllte und den Westen der Insel unter Asche begrub. Es klingt geologisch faszinierend, wenn 1400 – 4000 Meter hohe Asche- und Dampfwolken in die Luft gehen. Doch 300 Häuser wurden von den begleitenden Erdbeben und pyroklastische Explosionen zerstört, 2000 Menschen mussten evakuiert werden und ein Großteil von ihnen verließ die Azoren für immer und wanderte in die USA aus.

Eine Simulation des Ausbruchs, diverses anderes über Plattentektonik und Vulkanismus gibt es im unterirdischen Museum an der der Flanke des Capelinhos. Spannend!

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Und damit geht es zurück nach Sao Miguel und den dortigen Erdaktivitäten.
Wir lesen uns 😉
Claudi

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