Wie ich an einer Lagune auf dem Altiplano einen erfrischenden Lunch hatte
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Laguna Sunrise

Wie ich an einer Lagune auf dem Altiplano einen erfrischenden Lunch hatte

Das sind echte Herausforderungen: Auf 4000 Metern war selbst ich noch nie. Zumindest nicht mit beiden Beinen auf dem Erdboden. Keine Angst, ich war nicht schon wieder wandern. Die Vulkane auf Augenhöhe sind auch recht ansehnlich und die Luft bleibt einem auch ohne Anstrengung weg. Außerdem wurden wir diese Nacht gewahr, wie nah wir hier an den Erdmechanismen sind: „über 2 Minuten lang 4 auf der Richterskala“ sagte uns der Guide des Tages, in Chile eher eine Erschütterung, kein wirkliches Beben… aber das Bett hat hin- und hergewackelt und ich war mir eine ganze Weile nicht sicher, ob wir nicht schon wieder in diesem Van sitzen und über die Salzsee-Pisten der Atacama holpern.

Geysir El Tatio wird überschätzt

Wir wandern also nicht auf die Vulkane, wir werden daran entlang gefahren. Auf den Altiplano, also die Hochebene über mindestens 3600 Metern über dem Meer, lässt das explora seine Gäste nicht vor 3 Tagen Akklimatisierung an die dünne Luft. Wir tun das, indem wir brav aus unseren ökologisch verträglichen Aluflaschen im Minutentakt Wasser trinken. Ich dachte ja zunächst, auf dem Altiplano müsse man unbedingt den Ausflug zum Tatio Geysir machen. Immerhin der weltweit höchste Warmwasserspucker (auf 4600m). ABER: die Touren beginnen in ganz San Pedro bei so ziemlich jeden Anbieter morgens um 5.30 Uhr und sind mit einem Kälteschock zum Sonnenaufgang verbunden. Wenn‘s ums Fotografieren geht, hält mich sowas nicht zurück. Aber wenn mein Schlaf in Gefahr ist und der Guide sagt, El Tatio werde überschätzt… tse Geysire, haste einen gesehen (hab ich, in Island), haste alle gesehen!

Hoteltipp: explora Hotels Atacama & Rapa Nui

Diego hat uns noch zwei andere mögliche Routen auf den Landkartentisch gemalt. Einer davon würde uns nicht um 11 Uhr müde und kaputt ins Hotel zurückbringen, sondern den ganzen Tag an schneebedeckten Vulkanen und spektakulär türkisfarbenen Lagunen vorüberkutschieren. Was soll man dagegen sagen? Nur 3 Tage Zeit für die Atacama, also rauf auf den Altiplano, so früh es möglich ist und sehen so viel geht!

Altiplano Tischkarte

Unser Guide des Tages hieß mal wieder Luiz und sprach leider nicht wie unser erster Luiz so gutes Deutsch, eigentlich gar keins und auch kein Englisch eingeschränkte Informationslage also. Immerhin konnte das mit uns ausflügelnde Pärchen durch umfangreiche Italienischkenntnisse Luiz‘ Spanisch so weit interpretieren, dass wir übers nächtliche Erdbeben aufgeklärt wurden.

Photoshop-reif, Altiplano

Und dann der Altiplano! Völlig anders als in meiner Vorstellung! Es wurde plötzlich grün! Die Leute legen auf über 3000 Metern Höhe Terrassenfelder an und pflanzen u.a. Quinoa (buntes Getreide, das ganz super schmeckt) und Sonnenblumen. An den Vulkan- und Berghängen wachsen lustige Grasbüschel, die wie Irokesen-Igel aussehen und Kakteen, die ihnen sehr ähneln. Die wilden Lupinen decken einen blauen Teppich übers Geröll und über allem strahlt ein wolkenloser blauer Himmel als wäre er gephotoshoppt!

Altiplano Lupinen

Lagunas auf 4000 Metern Höhe

Wir stoppen an insgesamt 4 Lagunen: die Vulkane spiegeln sich im tiefblauen Grund der Lagunas Miscanti und Miniques so idyllisch, man vergisst glatt, dass der Lascar seit dem nächtlichen Beben eine Rauchfahne schwenkt. Die Aguas Caliente sind allerdings so weit oben (4400m), dass der kalte Wind das Wasser vom Spiegeln abhält. Trotzdem stehen ein paar Flamingos im türkisen, gar nicht „calienten“ Salzwasser. Um den See herum wird es mondisch: rotes Geröll, braunes und der dreigipfelige Cerro de Incahuasi mit seinem heiteren Farbspiel aus Phosphaten (wenn ich Luiz richtig verstanden habe).

Altiplano Laguna Mista

Altiplano Aguas caliente

Picknick mit Flamingos

Wir machen Lunchpause an einer geschützten Bucht am See und genießen die unglaubliche Vielfalt an Farben! Und diese Ruhe! Abgesehen von den still fischenden Flamingos kräht hier kein Hahn und auch sonst nix. Nur Sonne, Stille und unendliche Weite.

Altiplano Picknick

Später sehen wir am Rande dieses Salars sogar ein paar Vikunjas (Guanako- und Lama-Verwandt). Aber richtige Lamas kamen leider nicht vorbei, weit und breit nichts zu sehen. Als wir am späten Nachmittag ins Hotel zurückkehren, sind wir trotz reichlich Wasser, Cola und Quinoa-Salat irgendwie erschlagen und matt. Die Höhe hat eben ihren Preis. Trotzdem wären wir so gern noch viel länger in der Atacama geblieben. Man kann noch so viel mehr sehen, von San Pedro selbst haben wir auch nichts erkundet… kein Lama und kein Lama-Steak. Ach was soll das Gewinsel, ich war auf 4400 Metern Höhe!

Altiplano Vikunia

Und nun geht es ganz weit runter: Die höchste Erhebung der Osterinsel ist 500 Meter hoch 😉

Vielen Dank an explora Hotels für die Unterstützung dieser Recherchereise

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