Reisetipp: Eishotels – Kälte ist relativ
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Reisetipp: Eishotels – Kälte ist relativ

Ich war noch niemals in New York… und auch nicht in einem Eishotel! Aber beides steht auf meiner Löffelabgabeliste. Letzteres liegt wohl auch mit an der wachsenden Auswahl, die mich etwas quält. Wohin denn nur?! Vor einigen Jahren habe ich mal für Zeitungen recherchiert, wo es alles Hotels, Iglus und Schlösser aus Eis und Schnee so gibt. Für diesen Winter gibt es jetzt das Update 2015: Die eisige Qual der Hotelwahl!

Es ist wohl eher der Reiz des Besonderen und weniger der Kälte, der jährlich Zehntausende in die außergewöhnlichen Eisbehausungen im hohen Norden und südliche Hochlagen zieht. Eishotels, Schneeschlösser und Iglus – im Idealfall auch noch unter dem grünen Flackern des Polarlichtes: so stellt man sich Winterurlaub am Polarkreis vor. Überraschenderweise findet sich auf Island kein Eishotel, man hätte es vermuten können. Alaska und Grönland hatten es immerhin ein paar Jahre lang ausprobiert. Dafür wanderte der Trend über die Jahre unterhalb des Polarkreises. Mittlerweile bauen auch Alpenregionen Behausungen aus Schnee und Eis – statt Polarlicht gibt es Diskolicht und Fackelschein.

Mehr als zwei Monate wird an den eisigen Hütten gebaut. Aus Flüssen und Seen werden Eisblöcke gesägt, mit Schnee vermauert und von Künstlern graviert. Nicht nur die Wände, auch das Interieur und sämtliches Inventar sind aus Eisblöcken geschnitzt. Bei minus 5 Grad Schlaftemperatur helfen ein Tierfell und einen Thermoschlafsack die Nacht im Eisbett zu überstehen. Ende Dezember startet die Saison und endet erst, wenn die Gemäuer Ende März/ Anfang April wieder schmelzen.

Schweden: Icehotel Jukkasjärvi

Als das älteste seiner Art gilt das schwedische Icehotel in Jukkasjärvi. Wenn draußen die Wintertraumlandschaft bei bis zu minus 30 Grad klirrt, müssen die konstanten minus fünf Grad im Inneren geradezu kuschelig warm erscheinen. 140 frostige Betten stehen in 60 Zimmern und Eis-Suiten zur Verfügung. Den Begrüßungsdrink gibt es nicht „on“, sondern „in the rocks“. Vom Kronleuchter bis zum Kamin – alles ist aus Eis geschnitzt, mit Zehntausenden Tonnen Schnee in kühle Szene gesetzt. Cool sind wohl auch die zugehörige Ice Bar, eine Hochzeitskapelle, ein Kino und die Eisskulpturengalerie, aus der das Hotel eigentlich entstanden ist. Seit einigen Jahren wird sogar ein Theater aus Eisblöcken aufgebaut – gespielt werden Shakespeare, aber auch einheimische Stücke der Samen. Eine warme Nacht im Spezialschlafsack auf Rentierfellen und eisigem Bett kostet ca. 270 Euro.
www.icehotel.com

As Alternative zum Icehotel hat man vor zwei Jahren das Iglootel gegründet. In diesem Iglu-Hotel bei Arjeplog nächtigt man in Schnee und Eis ein wenig günstiger als im Eishotel. Für 125 Euro geht es ins 6-Mann-Iglu. Romantiker müssen 230 Euro pro Nacht und Person für die Zweisamkeit zahlen.
www.iglootel.de

Ice Bar

Finnland : Schneeschloss Lumilinna in Kemi

Für einen ähnlichen Preis, aber dem Namen nach royaler, nächtigt man im Schneeschloss Kemi am Bottnischen Meerbusen. Verwinkelte geheimnisvolle Gänge, glitzernde Säle, ein Schneerestaurant, ausgestattet mit Eismöbeln und eine Schneeskulpturenausstellung strahlen anheimelnd und ganz in Weiß. Das Lumilinna versteckt sich hinter dicken Schneemauern und wird von bis zu 20 Meter hohen Festungstürmen beschützt. Mit einer Hochzeitskapelle wirbt fast jedes Eishotel, so auch die Finnen. Wer sich hier ein frostiges Ja-Wort gibt, hat auf jeden Fall einen Grund, sich zwischen Thermoschlafsäcken und Rentierfellen der Honeymoon Suite warm zu kuscheln. Am 24. Januar öffnen sich die eisigen Pforten für Gäste. Besonderes Schmankerl außerhalb des Schlosses ist eine Schlittenfahrt über den zugefrorenen Meerbusen. Ab 125 Euro darf man Eisschlossherr werden.
www.visitkemi.fi

Bezaubernde Bilder >> So sieht es in den Eishotels aus

Finnland: Snow Village Kittilä

250 Kilometer nördlich von Kemi liegt das Snow Village Lainio. 20 Minuten von einem der größten Ski Ressorts Finnlands entfernt sind hier tagsüber viele Wintersportmöglichkeiten gegeben. Die Iglus sind mit Eismöbeln ausgestattet, die genauso aufwendig gearbeitet sind wie die Reliefs in den Schneewänden. 240 Euro kostet die kühle Nacht für 2 Personen im Iglu.
www.snowvillage.fi

Etwas wärmer, aber auch in der Igluform, lässt es sich in den Glasiglus des benachbarten Levi übernachten. Durch die wärmeisolierenden Glasfenster kann man die ganze Nacht die Nordlichter tanzen sehen und gemütlich beobachten. Ein Glasiglu im einsamen Winterzauberwald kostet ab 290 Euro für 2 Personen.
leviniglut.net

Finnland: Iglu-Dorf Kakslauttanen

Ebenfalls in finnisch-lappischen Gefilden hat sich das Iglu-Dorf Kakslauttanen angesiedelt. 40 Blockhütten, 20 Schneeiglus – und für die Frostempfindlichen auch wieder gläserne Iglus – werden hier für Besucher errichtet. Außer einem Märchenwald und weißer Einsamkeit bietet die kleine Siedlung Hundeschlittenfahrten, Snowmobil-Racings und zur Aufwärmung die angeblich größte Rauchsauna der Welt. In den -4 Grad kalten Schneeiglus sorgen Rentierfelle für angenehme Schlafruhe. Ab Anfang November können Nordfans ab 175 Euro einziehen. Die Glasiglus sind natürlich teurer, aber auch bis Ende April geöffnet.
www.kakslauttanen.fi

Ice Bar

Norwegen: Iglu Hotel Sorrisniva bei Alta

Am Fluss Alta warten auch im norwegischen Teil Lapplands nachgebaute Inuit-Behausungen auf Besucher. Mitte Dezember können die 60 Betten bezogen werden. Knackige Kälte umgibt den Hotelgast in allen Räumen, und natürlich auch an der Bar. Neben bunten Cocktails sind es vor allem die dicken Daunenschlafsäcke, die trotz Minustemperaturen die Stimmung auftauen lassen und für einen angenehmen Hotelaufenthalt sorgen. Das Hotel organisiert u.a. Hundeschlitten- und Schneemobilfahrten, aber auch Nordlicht-Safaris. Übernachtungsgäste zahlen ab 245 Euro pro Nacht, Besucher der Eisskulpturenausstellung ca. 15 Euro.
www.sorrisniva.no

Norwegen: Snow Hotel Kirkenes

Auch in der nördlichsten Gemeinden Norwegens wird ein Schloss aus Eis und Schnee errichtet, um Besucher anzulocken. Kirkenes ist der nördlichste Hurtigrutenhafen und kann daher trotz seiner Abgeschiedenheit mit Gästen rechnen. Im Snowhotel von Kirkenes gibt es nur 20 Suiten, die kunstvoll gestaltet werden und statt Türen nur Decken vor den Eingängen haben. Sauna und Abendessen sind im Übernachtungspreis von 290 Euro inbegriffen, wenn am 20. Dezember die Eingangstücher gelüftet werden.
www.kirkenessnowhotel.com

Norwegen: Hunderfossen Snø Hotell

Unterhalb des Polakreises hat auch Norwegens Wintersportort Nr. 1 Lillehammer einen winterlichen Eispark mit Schneehotel ins Leben gerufen. Im Hunderfossen Snø Hotell schläft man nicht auf Eisblöcken, sondern auf Polystyrol, Matratzen und Lammfell, dennoch in -5 Grad kalten mit Schneeskulpturen verzierten Zimmern. Das Schneehotel umfasst nur drei Zimmer, in denen ab Januar insgesamt 15 Personen unterkommen. Dusche und Frühstück gibt es im benachbarten, beheizten Hunderfossen Hotel.
hunderfossenhotell.no

Außergewöhnlich dürfte auch ein Abend beim Ice Music Festival in Geilo sein. Vom 21. Bis 24. Januar entlocken findige Künstler Instrumenten aus Eis tatsächlich Töne!

Ice Bar

Iglu-Dörfer in den Alpen

Eisige Behausungen kann man nur im Norden bauen? Es gibt Skipisten in Dubai 😉
Kalt wird es ja auch in unseren Breitengraden und je weiter man den Berg hinaufkommt, desto länger bleibt das kühle Weiß auch liegen. In den Alpen haben sich vom österreichischen Kitzbühl übers Schweizer Davos bis zur Zugspitze Iglu-Dörfer angesiedelt. Das einzige deutsche Igluhotel liegt natürlich auf der Zugspitze und preismäßig am günstigsten mit Ab-Preisen von 119 Euro.
Die Österreicher können immerhin schon zwei Iglu-Dörfer vorweisen, das Alpeniglu im Brixental in den Kitzbühler Alpen und das Ice Camp Kitzsteinhorn oberhalb von Kaprun. Beide Locations bieten Schneebehausungen mit Eismobilar, Eisbar und Events drumherum. Iglu Partys gehören dazu, Fackelwanderungen und zünftiges Abendessen ist meist inklusive.
Ice Camp Kitzsteinhorn: 219 Euro, ice-camp.at
ALPENIGLU Brixental: 149 Euro, www.alpeniglu.com
Iglu-Dorf Zugspitze :1 119 Euro, www.iglu-dorf.com

Die fünf Schweizer Iglu-Dörfer auf dem Davos-Klosters auf Parsenn, dem Engelberg beim Trübsee unterhalb des Titlis, bei Gstaad auf dem Saanerslochgrat, auf dem Stockhorn oberhalb Erlenbach und auf Rotenboden bei Zermatt gehören zu einer Iglu-Dorf-Kette und unterscheiden sich vor allem durch die Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Ab 145 Euro kosten Schweizer Nächte auf Kühlschranktemperatur.
www.iglu-dorf.com

Südeuropas Iglus

Zur genannten Kette zählt auch das Iglu-Dorf Grandvalira in den Pyrenäen Andorras. 125 Euro pro Nacht. www.grandvalira.com

Sloweniens Eskimo Village / Eskimska Vas erreicht man angeblich nur per Seilbahn und anschließende Schneeschuhwanderung. Überhaupt steht hier winterlicher Spaßsport auf dem Aufwärm-Programm vor oder nach der Übernachtung im Schneehäuschen. 99 Euro pro Nacht. www.eskimska-vas.si

In den Karpaten Rumäniens kuschelt man sich im Eishotel oder Schneeiglus am Gletschersee Balea Lac warm. Ca. 150 Euro pro Nacht. hotelofice.ro

Kanada: Hôtel de Glace

Wechseln wir mal den Kontinent. In Alaska gibt es ein Eismuseum, in dem man wohl auch übernachten kann. Verlässlichere News und garantierte Öffnungszeiten gibt es fürs kanadische Hôtel de Glace in Quebec. Ein gigantisches Iglu mit 36 Doppelzimmern wird hier seit 2001 allwinterlich aus Zehntausenden Tonnen von Schnee erbaut. Wer nicht für eine klirrend kalte Übernachtung zahlen möchte, kann sich auch so im Foyer umschauen, an der Eisbar einen „Drink in the rocks“ kippen oder an einer Führung durchs Hôtel de Glace teilnehmen. Wer eine Nacht auf dem Eisbett (mit Karibufell und Matratze versehen) riskiert, kann sich im Whirlpool oder der Sauna des Hotels aufwärmen. Ab Januar bis Ende März öffnet das kanadische Eishotel seine Pforten ab 135 Euro pro Nacht.
www.hoteldeglace-canada.com

Disclaimer: Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die Preise sind den Webseiten der Anbieter entnommen und lediglich Ab-Preise.
Sämtliche Fotos entstammen meinem Fundus aus der Ice Bar in Oslo 😉

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