Der Giant’s Causeway – und warum einmal keinmal ist
bereist am:
The Duellists

Der Giant’s Causeway – und warum einmal keinmal ist

An der nordirischen Küste geht die Fahrt weiter. Wir machen einen Abstecher nach (London)Derry und bewegen uns augenblicklich in Meilen pro Stunde vorwärts, deutlich langsamer als Stundenkilometer. Im Empire wird vernünftiger gefahren, das ist mal sicher! Mein Derry-Highlight (waren nur eine Nacht dort): ein Cheers-Restaurant! Hat uns B&B-Host Steven empfohlen. Leider waren die Fernseher alle Stumm, sonst hätte ich die ganze Nacht durch olle Cheers *-Folgen geguckt 😀

Endlich: Am Giant’s Causeway!

Vom hügeligen Derry ist es nur noch ein Stündchen Fahrt durch Weideland und Weizenfelder bis man sich zwischen Parkplatz 1, 2 und 3 entscheiden muss. Der Giant’s Causeway ist erreicht! Das dürften in dem Moment an die 1000 Leute mit mir gedacht haben. Naja, der Eintritt ist mit 10 Euro für die Begehung des ein Kilometer kurzen Weges zu einer Massenansammlung von Steinen und Menschen noch halbwegs verträglich. Schließlich steht man vor und auch auf Welterbe.

Menschen am Giant's Causeway

Menschen am Giant’s Causeway

Der Damm der Riesen

Ich wollte ja unbedingt mal an den Riesendamm, wo Finn Mac Cool einst die sechs- bis achteckigen schwarzen Basaltsäulen ins Meer warf, um seinem schottischen Widersacher Benandonner entgegenlaufen zu können. Der kam auch auf dem vorgesetzten Damm und ließ Finn Mac Cool in die Wiege seines Kindes flüchten. Seiner Frau (ja, Mädels, die Geschichte ist voller Heldinnen!) gelang das mentale Meisterstück, dem Riesen vorzugaukeln, die habe ein so riesiges Baby (nämlich den Gatten Finn verkleidet), dass der zugegebenermaßen denktechnisch eingeschränkte Schottenriese erschrak und voller falscher Annahmen über den Damm zurück rannte. Dabei zerstörte er den Großteils des Weges. Heute ist der Giant’s Causeway auch tatsächlich nur 100 bis 200 Meter lang, würde ich schätzen.

 Irlands wilde Küste

Weltkulturerbe umringt von der ganzen Welt

Aber auf den wabenhaften schwarzen Steinen stapeln sich die Menschen. Ich empfehle dringend, am frühen Morgen oder späten Abend hinzufahren! In der schönsten Mittagssonne ging mir fast alles auf die Nerven: Sonne zu hoch und blöd zum Fotografieren, Leute in Massen unterwegs und immer im Bild. Aber ich kann mal wieder was von der Löffelabgabeliste streichen. Muss trotzdem noch mal hin! Ich will den Causeway in der Abendsonne sehen – muss toll sein, wenn die Brandung im orangenen Licht gegen die Steine knallt. Oder auch im Winter, wenn die Steine in Eis gepackt sind.

Giant's Causeway in Nordirland ist Weltkulturerbe

Giant’s Causeway in Nordirland ist Weltkulturerbe

Es geht auch ohne Eintritt zum Giant’s Causeway

Die Ausstellung im Causeway-Museum erklärt in Video und Schaukästen wie der Causeway wirklich entstand und erzählt auch noch einmal die Riesen-Geschichte. Zu meiner Enttäuschung gab es im Souvenirshop keine sechseckigen Tassen – da wäre doch das Mindeste! Und die Kantine war teuer wie erwartet. Theoretisch zahlt man nicht den Besuch der Basaltsäulen, sondern die Visitor Experience, den Parkplatz und den Audio Guide. Wer irgendwo einen anderen Parkplatz findet, kann auch zu den Steinen laufen, ohne Eintritt zu zahlen, aber das sagt einem vorher natürlich keiner.

Sonnig und für 3 Sekunden fotofit - der Giant's Causeway

Sonnig und für 3 Sekunden fotofit – der Giant’s Causeway

Wie mich das Navi um Carrick-a-Rede brachte

Vom Giant’s Causeway sollte man sich egal ob östlich oder westlich grundsätzlich an der Küste weiter orientieren. Nicht so wie wir, die wir ein beklopptes Navi haben, das und buchstäblich ab durch die Mitte schickt. An der Küste weiter östlich könnte man dann nämlich über eine lustige kleine Hängebrücke zur Insel Carrick-a-Rede wackeln. Auf der Insel ist nicht viel, die Herausforderung für die besuchenden Heerscharen ist einzig der Brückenschlag. Dass wir das verpasst haben, erklärte uns erst Stunden später der Herr des Gasthauses in Belfast. Unglaublich netter Mann, der morgens selbst in der Küche steht und ein komplettes Irish Breakfast in Rekordzeit zaubert.

Wir haben ein bisschen gesucht, aber eigentlich ist unsere Behausung in Belfast in einer guten Gegend und per Bus kommt man jederzeit schnell in die Innenstadt. Von der berichte ich dann im nächsten Post, sonst ufert das hier wieder aus 😉

Bis ganz bald!
Claudi

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