Wie ich Elbas seltene Weinsorten süffelte und edles Parfüm schnupperte
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Cecilia

Wie ich Elbas seltene Weinsorten süffelte und edles Parfüm schnupperte

Wo waren wir? Auf Elba, richtig! Türkises Meer, pinke Blumen, grüne Berge… und dann war da noch türkises Parfüm, pinke Kaschmirschals und grüner Wein! Zu den Annehmlichkeiten einer solchen Reise gehört nicht nur das kunstvoll angepinselte Zimmer, sondern auch das Verwöhnprogramm für die übrigen Sinne.

Ein Bett auf Elba

Türkis liegt in der Luft

Was im Hotelbad noch als Duftstäbchen die Luft erschwerte, zeigte uns die gute Jane (jap, Schottin, aus Edinburgh!) tags darauf in der Insel-Parfümerie Acqua dell’Elba. Der Showroom an der Strandpromenade von Marciana Marina erhellte uns den regnerischen Vormittag mit pastelltürkisen Bodenfliesen, türkisen Wänden und Jane im strahlend weißen Kittel. Jane ließ alle mal an diversen Papierstreifen schnüffeln und ehrlich nach 3 Schattierungen von Türkis und Geruchsrichtungen zwischen „männlich herb“ und „das könnte was für Frauen sein“, habe ich mich dann doch lieber den kleinen Muscheln (ihr ahnt die Farbe!) gewidmet. „Duftsteine für den Schrank.“ Aha. Nicht gegen die Motten. Aber ich bin sicher, die finden den Duft auch extrem intensiv. An jeder Strandpromenade der Insel gibt es diese pastellbläulichen Läden, man kommt nicht daran vorbei und wer ein Souvenir braucht…

Parfumtesten

Bummel durch Portoferraio

Nach einem kurzen Ortswechsel von Marciana zur Inselhauptstadt Portoferraio besuchen wir Marina Sala, eine Kaschmir-Weberin, in ihrem Laden direkt an der Hafenpromenade. Frau Sala macht das mit der wertvollen Wolle schon in zweiter Generation. Sie selbst strickt und näht nicht mehr, sie ist eher für die Kreation und das Management zuständig. Die Wolle kommt natürlich nicht aus Elba, hier gibt es gar keine Schafe. Die besten Kaschmir-Schafe grasen in der Mongolei! Und die besten Spinner sitzen in der Toskana.

Die Herrin des Kaschmir

Marinas Geschäft ist bereits ein Franchise, es gibt Filialen in Bologna und Rom. Die teuren Pullover und Schals aus der flauschigen Wolle verlieren laut Marina ihre Weichheit ein wenig durchs Färben. Auch wenn man wie sie mit Naturfarben färbt. Daher sind die hellen Wollstücke die weichesten. Wir durften auch mal die Show-Wolle streicheln!

Und nach einem kurzen Rundgang durch Portoferraio (enge Gassen mit bunten Blumenkästen hinter dem Stadttor, scnieke Jachten im Hafen davor), chauffierte man uns nach Marina di Campo. Hier hat Familie Camerini ihr 20-Hektar-Weingut „Cecilia“. Mit Simon & Garfunkel im Ohr schreiten wir mit einem der Winzer-Neffen durchs Weinfeld, an dem die Reben sich langsam in Richtung Frühsommersonne ranken.

Gelateria auf Elba

Weinverkostung auf Cecilia

Wir erfahren, dass es hier sowohl die üblichen Toskana-Weine gibt, als auch eher seltene Sorten wie süßen Aleatico, nussigen Ansonica und edlen Syrah. Wir kosten ein paar der edlen Tropfen Zuhause, auf der Terrasse des Bauernhauses der Familie mit Ausblick über die Weinhänge und auf die gegenüberliegende Insel Montechristo. Der Aleatico, süßer roter Dessertwein aus getrockneten Trauben, war mein persönlicher Favorit. Die meisten anderen Damen mochten den Neffen allerdings mehr 😉 Der plünderte fleißig den Kühlschrank von Onkel für uns und erklärte dann noch, dass Cecilia übrigens nicht Onkels Ex-Geliebte oder gar die Tante sei. Man hätte es vermuten können. Der Name geht auf einen Hügel im Veneto zurück, wo Onkel vor Jahrzehnten mal ein Weingut hatte…

Weinverkostung auf Elba

Achja, in der Nachmittagssonne sitzen und Weintrinken kann nur noch besser werden, wenn es zum Neutralisieren Schokolade gibt! Die Restaurants hier sind übrigens der Hit für Fischesser. Man brachte meiner Tischnachbarin einen sooo schönen Drachenkopf, bevor das arme Ding in den Ofen wanderte. Ich mag sie echt lieber, wenn sie im Meer schwimmen und ich in ihrem Element sein kann, statt umgekehrt. Aber der Küchenchef in unserem Hotel hat es echt geschafft, meine Anti-Fisch-Fanatasie ins Horrormilieu abdriften zu lassen! Es soll guten Geschmack an die Spaghetti abgeben, niemand hat die Dinger also gegessen… Wenn jemand den Namen für diese Goa’uld hat, meldet euch bei mir!

Stilvoll essen im Hotel Ilio

Und mit einem vorzüglichen Apfelkuchen zum Nachtisch endet dieser kurze Trip ins Exil. Am Abreisemorgen habe ich Maurizio noch ein paar Zitronen aus dem Vorgarten geklaut. Man muss ja was mitbringen aus dem Land, in dem die Zitronen blühen 😉

Schöne Grüße aus Bella Italia!

Vielen Dank an Hotel Ilio für die Unterstützung dieser Recherchereise

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