Wie ich mich im Bergjemen an den Abgrund begab
bereist am:
Misty Mountain Hop

Wie ich mich im Bergjemen an den Abgrund begab

Und hier kommt „Der Jemmen, Teil 3“!
Für alle, die am heiligen Freitag nichts besseres zu tun haben, als Berichte über Lehmhütten und Qat-Plantagen zu lesen. Wieder in den luftigen Hoehen Sana’as zurueck, habe ich den gestrigen Tag mit Taxifahrten und CD-Brennversuchen ausgiebig gestalten können. Kann nur hoffen, dass die Bilder auf der CD zuhause auch noch lesbar sind… sonst sind die Schäferinnen verloren!

Mehr Fotos vom Bergjemen

Meine Nase hat die Höehe sofort geortet, vor allem der heutige Ausflug auf tw. 2800 Meter (Hallo Quito!) Höhe macht sich entsprechend bemerkbar. Aber dafür ist die Aussicht umso besser 😀 Wieder ein Wadi-Ausflug, aber ein ganz anderer. Statt Dattelpalmen zieren Qat-Haine die Berghänge – schön in Reih und Glied auf Terrassen angebaut. Qat wächst nur in den höheren Lagen. In der Trockenzeit ist das das einzige, was man überhaupt anbauen kann. Genügsames Gewächs. Die gesamte Bauernschaft pflanzt es daher auch an. Für ein handvolles Büschel bekommen sie auf dem Markt fast einen Euro. Für die großen Ruten mit den zarten Spitzen kann man schon mal bis zu 20 Euro einstreichen. „Aber das beste Qat“, sagt Abdo „gibt es in Äthiopien.“

Bergjemen Terrassenfelder

Dass hier trotz des Qathandels 42% der Bevoelkerung unter der Armutsgrenze leben, liegt vermutlich auch daran, dass sie das Zeugs meist selbst kauen. Wer übrigens kein Qat verkauft, hat den Tourismus für sich entdeckt. Mit mit Souvenirs und Schmuck belandenen Schubkarren kommen sie auf die Tourigruppen zugestürmt. Oder bitten mit „nur gucken, nicht kaufen“ in ihre Buden. Bitter, aber das mit den Touristen haben sie schneller gelernt als es ihnen gut tut. Hat was von Butterfahrten. Die 10jährige Karim wollte mir Armbänder verkaufen. Schenken sogar. Kein Foto, aber Geld oder Stift wäre auch was, das sie nehmen. Die Kids hier sind Geschäftsleute und haben ihr Vokabular in alle moeglichen Sprachen drauf – nicht mal mit Japanisch waren sie abzuwimmeln! Einmal durch die Kinderscharen durch haben wir doch noch den Felsenpalast des letzten Imam erreicht. Nicht schlecht das Schlösschen und eine tolle Aussicht auf die Steinzeit drumherum.

Jemen Felsenpalast

Abends sollte dann der Tourismusminister eine Pressekonferenz geben. Ausser einer floskelreichen Kurzansprache und ein paar Einzelgesprächen war da nicht viel an Informationen zu holen. Der Kulturbeauftragte der deutschen Botschaft war zwar gesprächiger, aber dafür recht leise. Ich hatte auch nicht wirklich brennende Fragen.

Jemen Wüstenrose

Und zum Abschluss ein Bild von meiner Lieblingsüflanze hier: einer Wuestenrose (wegen der alle anhalten mussten, weil ich’s fotografieren wollte :D). Gleich gibt es hier in der Berliner Straße eine letztes Dinner.

Jemen Berliner Str. in Sanaa

Freu mich auf Zuhause
Masalam Claudi 🙂

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