Wie ich auf Madagaskar die Lemuren kitzelte
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Teddy Bear

Wie ich auf Madagaskar die Lemuren kitzelte

Ich grĂŒĂŸe aus Madagaskar! „Salam“ sagen sie hier – das klingt komisch, ist aber so. Die Araber haben die Insel recht frĂŒh fĂŒrs GewĂŒrze handeln eingenommen. Ein Großteil der Bevölkerung ist erkennbar arabischer Abstammung. Beispielsweise unser hiesiger Reiseleiter, der auf den sehr unarabischen Namen Fernando hört. Sie mixen gern auf Madagaskar – die Völker, die Wörter, die Landschaftsformen, die GewĂŒrze.

Lemuren-Fotos Madagaskar

Filmreife Lemuren

Nun bin ich also auf King Juliens Eiland, mit mir ein paar Leuten, denen durchaus die Eigenschaften einer hypochondrischen Giraffe, eines abenteuerlustiges Zebras, eines divenhaften Nilpferds, komisch konspirierender Pinguine und eines eitlen Löwen zuzuordnen sind. Alles wie im Film. Mich selbst zÀhle ich zur Gruppe der niedlich winkenden und tapsigen. Derer sind wir tatsÀchlich mehrere, es bahnt sich eine weitere Gruppenreise unter humorigen Bedingungen an.

Kronenmaki auf Madagaskar

Kronenmaki auf Madagaskar

Ein entscheidender (Lach)Faktor ist natĂŒrlich die ortsansĂ€ssige (Halb)Affenbande, die bereits am ersten Tag fĂŒr echte Höhepunkte der Tierbeobachtung sorgte. König Juliens Gefolgschaft sprang uns unverhohlen und zutraulich förmlich in die Arme! Im Privatzoo der Vakona Lodge sitzen da die Lemuren in eigentlicher Freiheit umgeben von ausreichend Wasser, um eine Flucht zu verhindern und warten auf ihre tĂ€gliche Lieferung Bananen, die sich mit dem liebevollen „Makimakimakiiii“-Ruf des Guides ankĂŒndigt.

Ein Schwarzweißer Vari begrĂŒĂŸt uns am Steg, reißt bereits die erste Banane an sich und breitet sogleich die Arme zum Kuscheln aus. Schnell erobern die ĂŒbrigen Varis des Parks unsere Schultern. Mit kleinen, zarten, erstaunlicherweise kalten HĂ€ndchen greifen sie nach der vertrauten Nahrung und wenn die auf dem Buckel eines Menschen platziert ist, dann gehen sie auch dahin.

Sifaka-Lemur in Madagaskar

Sifaka in Madagaskar

Mit Lemuren kuscheln

Wir kuscheln mit Lemuren! Und die sind so flauschig wie selten einer meiner TeddybĂ€ren war. Unsere Köpfe dienen als Ausguck nach mehr Nahrung und lassen sich auch so ganz prima von kleinen schwarzen Fingerchen betasten und orange-gelb leuchtenden Scheinwerfern beĂ€ugen. WĂ€hrend wir lachen, ohne dass jemand kitzelt, hebt der trĂ€ge Sifaka nur gelangweilt den Arm, um sich kraulen zu lassen. Das Tier wirkt komplett stoned, sitzt auch da wie Rainer Langhans. Was gibt es amĂŒsanteres?!

Ähnlich nahe kamen uns auch die Lemuren in der Palmarium Lodge, ein paar Stunden Holperfahrt weiter. Dort sammeln sich die possierlichen Kronen-, Mohren- und Bambuslemuren auf dem ausladenden Baum vor dem FrĂŒhstĂŒckstisch. NatĂŒrlich lassen die sich nicht fĂŒttern! Die holen sich, was sie wollen! Habe selten so wenig auf einer Reise gegessen – wie auch, wenn man stĂ€ndig fotografieren muss. Die Fossa (die hat sich Dreamworks tatsĂ€chlich nicht ausgedacht) sahen wir nur als KĂ€figtiere. Kleine Raubkatzen mit starkem Körperbau, nicht unbedingt hĂŒbsch, aber auch nicht hĂ€sslich.

Indri indri, der grĂ¶ĂŸte Lemur der Welt

Indri indri, der grĂ¶ĂŸte Lemur der Welt

der grĂ¶ĂŸte Lemur der Welt

Und schließlich beobachteten wir die grĂ¶ĂŸten Lemuren der Welt in ihrer natĂŒrlichen Umgebung. Der Indri ist um die 70 cm groß, sitzt in den oberen Baumwipfeln und genießt das ein oder andere BĂŒschelchen Eukalyptus. Den lockt man ĂŒbrigens nicht mit „Maki-maki-makiii“ an, obwohl er als Lemur (lat-röm.) auch ein Maki (madegas.) ist, sondern mit dem GerĂ€usch einer Fußballtröte. Die Indris selbst antworten in einer Art Sirenenlaut, ziemlich laut und irritierend. Wie ein ĂŒberlauter Wal. Hat uns einige Male geweckt. Um sie wirklich nah zu sehen, braucht es viel Geduld. Man muss erst einmal den homo franzosis aus dem Dickicht des Regenwaldes vertreiben, bevor man die TeddybĂ€ren mit den grĂŒngelben Leuchtaugen vom Baum holen kann. Sehr imposante Tiere, gemĂ€chlich, aber neugierig. Der reinste Kuschelzoo hier. Zur Nachahmung empfohlen!

GrĂŒĂŸe von der Insel!

Ich reiste auf Einladung des Office National du Tourisme de Madagascar. Vielen Dank & Merci!

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