Besuch beim Gauguin des indischen Ozeans auf Mahé
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Streets In Paradise

Besuch beim Gauguin des indischen Ozeans auf Mahé


Jaja, auf den Straßen im Paradies, da passiert so einiges. Auf dem vornehmlichen Anwesen, wo meine eine nun weilt, verkehren da hauptsächlich die Elektroautochen – bei Anruf, versteht sich. Und weil da sonst maximal ausgebüchste Schildkröten von Ron’s Farm vorbeitrotten könnten (was soweit aber nicht geschehen ist), hat man uns für einen Tag auf eine andere Insel geschippert, wo die Straßen ebenfalls paradiesisch, aber eben auch etwas voller und „sorgenfrei“ sind. Eine dieser Straßen auf Mahe nennt sich nämlich Sans Souci Road. Auf ihr gelangt man erst mal in Unterkühlung (weil die Leute hier die 30°C Außentemperatur mit 17°C Klimaanlage kompensieren müssen, obwohl sie ab 20°C von Winter sprechen!) und dann ins Starren ob der Üppigkeit und farblichen Intensität vor/ hinter dem Busfenster. Ich zumindest. Als würde ich hier zum ersten Mal türkise Buchten, Palmen und übergroße Monsteras ( Zimmerpflanze) sehen. Tu ich ja nicht.

Seychellen Fotos

Aber schön ist es auf jeden Fall auf Mahe. Irgendeine Kletterpflanze wuchert hier die Bäume ganz adrett mit ihren lila Blüten zu. Und dazwischen wächst hin und wieder eine pink beblätterte, deren Namen ich noch herauszufinden versuche. Hibiskus, Plumeria, wolkenbeschwerte Berghänge – ehrlich, ein Vergleich mit Hawaii wäre nicht der unangebrachteste. Die Sans Souci kreutz die Insel Mahe mehr oder weniger in der schmalen Hälfte, führt teilweise recht steil nach oben, zum Mission Point zum Beispiel, wo man theoretisch einen tollen Blick über Halb-Mahe haben soll. Blöd nur, dass gerade dann ein kleiner Tropenregen ebenfalls dort Ausschau hält, wenn unsereins fotografieren möchte. Die Sicht entsprach mehr oder weniger der gestrigen – unter Wasser! – da muss dann Photoshop helfen 😉

Seychellen-Künstler Michael Adams

Seychellen-Künstler Michael Adams

Naächster Halt: der Gauguin des indischen Ozeans! Zumindest nennt mein Reiseführer den Herrn so. Eigentlich heißt er Michael Adams. Aber weil er malt und einen entsprechend seiner künstlerischen Ausübung kreativ chaotischen Lebensstil pflegt, sah sich der Autor des Reiseführers wohl zu diesem Vergleich genötigt. Was wir, vorbeigeschleust an den 7 Hunden des Haushalts, in seinem Mini-Atelier vorfanden, waren dann also die vom Seychelloisen Regenwald inspirierten, halbabstrakten Auswüchse eines kleinen, runden Herren, der mit einem violetten Seidentuch um den Hals und einem Hemd zwischen Hawaiianisch und Monet, mit Rauschebart und Brille wie der Coca-Cola-Weihnachtsmann munter auf die Journaille einplapperte. Hat uns ein paar seiner Portraits gezeigt und eben die Dschungelbilder, wo meiner Meinung nach zu viel Gold und Blau vorkommt, aber das ist ja dann die Kunst dabei. Und überhaupt, eigentlich war das häusliche Kunstwerk viel interessanter als seine Bilder. Neben den 7 Hunden leben noch 10 Katzen in seinem Haus, zwei haben wir gesehen – gerochen haben wir in dem Haus alle Tiere seiner Farm! (Hühner, Schildkröten, Meerschweine…) War sehr amüsant.

Michael zitiert gern irgendwelche Philosophen oder Malerlegenden, schwärmt von den Blauen Reitern, und hält sich wohl für deren Nachfolger. Seine Bilder kosten jedenfalls richtig Asche. Man nahm Vorlieb mit einem Geschenk des Hauses: ein illustriertes Kalenderblatt des Meisters – von 2008!

Schließlich hat man uns zum Cap Lazar chauffiert, wo schon zwei Busladungen Italiener und Franzosen saßen und auf die Fütterung warteten. Picknick unterm Palmendach, mit angeschlossenen Grottenklo – muss man gesehen haben! Das Buffet (ich weiß, herbe Sprünge) wurde entsprechend dem Klischee schnell und sachgemäß von den Nachbarnationen gestürmt und abgeräumt, aber die Gastgeber waren vorbereitet und konnten „nachschlagen“. Alle Mäuler konnten mittels kreolischem Buffet gestopft werden. Darauf noch einen „Passion Power“ (ist schon ein geflügeltes Wort hier geworden) und die Welt ist schön und strahlt im Sonnenschein. Einmal baden in der Bucht vorm Picknickhaus und dann wieder in den Bus.

Frischer Fisch auf Victorias Markt

Frischer Fisch auf Victorias Markt

Unser Buskommandeur Jimmy kennt da kein Pardon, die Zeit tickt und wir haben ihn schon in Victoria früh am Morgen fast zur Weißglut gebracht, weil wir einfach nicht bei einander und in geordneter Gruppe über den hiesigen Markt jagen wollten. Keiner hat dem armen Kerl zugehört, alle haben nur durch den Sucher geguckt und geknipst, auf besseres Licht oder Motive gewartet… bis er irgendwann aufgegeben hat und sich auf dem Markt in eine Ecke stellte und die Dinge geschehen ließ. Märkte sind tolle Motive. Da wurden Haie geschlachtet, riesige Red Snapper ausgelegt und ein paar Reiher schlitterten über die toten Fische… die üblichen Obst- und Gemüsestände gab es natürlich auch.

Sonnenuntergang über Seychelleninsel Silhouette

Sonnenuntergang über Seychelleninsel Silhouette

Tja und dann geht man von den Straßen in dem einen Paradies auf die Wasserstraße, um ins andere Paradies gebracht zu werden und labt sich ein weiteres Mal an dem Wein, der einen das frühe Aufstehen an diesem paradiesischen Tag schon arg zur Hölle gemacht hat…

schöne Grüße
Claudi 🙂

Ich reiste auf Einladung von Air Seychelles, Seychelles Tourism Board und Hotel Labritz

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