Wie ich bei Ozzy stapelweise Pancakes aß
bereist am:
Banana Pancakes

Wie ich bei Ozzy stapelweise Pancakes aß

In der kleinen Taverne unweit der Pancake Rocks bedient Ozzy hinterm Tresen. Ich muss dazu sagen, wir lauschen auf der Fahrt dem Hörbuch „Fragen Sie Dr. Ozzy“* und erkennen bewusst beeinflusst im Wirt der Taverne den ollen Fledermausbeißer: so ein bisschen zerstreut, so ein bisschen schelmisches Grinsen und die Haare wie ein Altrocker. Er serviert uns Apple Pie und Pavlova – der Kiwis liebstes Desert. Ich überlasse den süßen Baiser mit Sahnefüllung meinem Co-Piloten, und sinniere wie wir eigentlich bei Ozzy gelandet waren…

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Westküstenfahrt auf der Südinsel

Nach einer unspektakulären, vernebelten vierstündigen Überfahrt hatten wir die Nordinsel hinter uns gelassen und nahmen in Picton auf der Südinsel den dritten Mietwagen dieser Reise in Empfang. Im strahlenden Sonnenschein zogen wir aus gen Westen. Über den Queen Charlotte Drive (irgendwo gibt es auch einen gleichnamigen Track, aber ich sah da nur Gestrüpp) kurvten wir die Berge hoch und grüßten jeden Baumfarn persönlich – nah genug sind sie ja. Auf der anderen Seite sind die Abhänge recht nah. Von dort schweiften unsere Blicke wir über den Sound, die grünen Berge, das türkise Wasser, den goldenen Sand darin – ihr könnt es euch vorstellen oder? Idylle bis der Arzt kommt!

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Als es über die immer noch sehr serpentinische Straßenführung ins Tal ging, durchfuhren wir den Ort mit den kreativsten Briefkästen der Welt an der Momorangi Bay. 23 Briefkästen und einen Campingplatz – was anderes gibt es da nicht. Ein paar Kilometer weiter durften wir Lamas bestaunen. In dieser Gegend wohnen definitiv die besonders kreativen Kiwis!

Zwischenstopp in Nelson

In Nelson machten wir Zwischenstation. Es scheint ein nettes kleines Städele zu sein, zumindest gibt es dieses kleine Brauhaus The Vic mit dicken Burgern für ausgehungerte Fährfahrer und Stehlampenschirmen an der Decke – ich liebe Kunst am Bau! Ansonsten nächtigten wir in diesem Herrenhaus, ohne den Herrn des Hauses gesehen zu haben. Nelson ist Ausgangspunkt für viele Abel Tasman Nationalpark-Touren: Wandern, Paddeln, Sporten. Wir wollten jedoch zur Westküste, denn da soll es Pfannkuchen geben!

Entlang der Tasmanischen See

Den Highway 6 säumen Weinfelder und Obstplantagen, dahinter erhebt sich ein hübsches Alpenpanorama. Am Spooner Range quälte sich der Mietwagen himmelwärts durch dunklen Tann und gelben Ginster, märchenhaft. Ab Westport erhaschen wir immer öfter einen Blick auf den wilden Ozean – Gischt sprühte über die Strände wie Sandstürme. Rimubäume und Nikau-Palmen am Wegesrand ließen das nahende Ziel erahnen. Das Gesträuch ist so dicht zusammenrückt, um den Winden der Tasmansee zu trotzen, dass es sich nur gemeinsam in einer grau-grünen Welle landweinwärts biegen kann. Der Fangorn-Wald aus dem „Herrn der Ringe“ könnte das hier sein, die Ents versteckten sich bestimmt irgendwo hinter dem Dickicht und berieten, ob sie uns gut gesinnt sein wollten.

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Pancake Dorf Punakaiki

Unter strahlend blauem Himmel fuhren wir in Punakaiki ein und landeten schließlich bei Ozzys neuseeländischem Vetter. Die Taverne als einziger Ort mit Essen im Dorf kredenzte uns prima Pub Food zum Abendessen, Frühstück und Nachmittagsnack. Ozzy unterm Geldscheinhimmel hat uns durchgefüttert.

Ozzys neuseeländischer Vetter

Ozzys neuseeländischer Vetter

Wegen der Rocks sind wir hier. Vom Hostel sind es an Strand und Straße entlang 10 Minuten bis zu den Pancake Rocks. Weil man ja nicht gierig ist, geht man erst zu den Rocks und plant den Cafebesuch zum Pancake-Essen auf der anderen Straßenseite für später ein. Später sind zwar nur 30 Minuten, aber die reichen ja, um ein Cafe zu schließen. Da steh ich nun, Pancakes in Stein gesehen – kleiner und zahlreicher als in meiner Vorstellung, sprühnebelig umtost vom Ozean – und keine mehr in Teig zu haben! Dann eben nicht und erst einmal Pavlovaessen bei Ozzy in der Taverne, bevor wir zum Sonnenuntergang noch einmal die Rocks ansteuern. Weil wir doch so romantisch unterwegs sind 😉

Review >> Punakaiki Beach Hostel

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Pfannkuchen in Stein

Warum die Felsen so dünn aufgeschichtet sind: Laut Wiki sind es Ablagerungen, die durch Faltungen gehoben wurden und dann der Erosion ausgesetzt diese Wellen und Schichtenformen angenommen haben. Lest nach 😉 Im Untergang strahlen die Pfannkuchenstapel jedenfalls in einem appetitlichen orangen Licht. Wir sind zwar nicht ganz allein, aber für eine der Touristenattraktionen der neuseeländischen Westküste sind die Rocks recht wenig besucht. Ein ruhiges Ende für einen langen Tag auf der Straße.

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Banana Pancakes von Ozzy

Am nächsten Morgen bekomme ich meine Pancakes in Teigform! Einen ganzen Stapel! Natürlich serviert man in einer Punakaiki Tavern unweit der berühmten Rocks auch Pancakes, sogar Banana Pancakes! 🙂 Süß, klebrig, fluffig – Pancakes wie ich sie mir vorstelle. Nicht die ersten dieser Reise (aber in Roturua hatten die Himbeeren in den Zwischenlagen alles durchgeweicht).

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Unter Zuckerschock nehme ich die Info auf, dass Ozzy zur Hälfte Holländer ist und daher uns blitzschnell als Deutsche enttarnt hatte. Nett, dass man sowas immer kurz vor Abreise erfährt. Sprechen könne er es nicht, aber Deutsche würde er erkennen – rein sprachlich natürlich nur 😉 Ich könnte länger bleiben, in den Ozean zum Baden oder zum Sandstrahlen gehen…
aber wir müssen los, zum nächsten Stapel Steine!

Diese Recherche wurde mit einem Journalistenrabatt von Sunny Cars unterstützt.
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