Wie ich statt nach Alesund nach Trondheim kam
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Saints An' Sinners

Wie ich statt nach Alesund nach Trondheim kam

Hallo aus Nicht-Ålesund!
ja, ich habe kurz nach meiner Eingebung nach Ålesund zu fahren eine weitere Eingebung gehabt, nämlich die, nicht nach Ålesund zu fahren. Es ging nach Nidaros, auch Trondheim genannt, oder auch St. Olav… jedenfalls hab ich so drei Tage gespart. Und Geld auch. Die Busfahrt war wenig spektakulär, habe die schönere Route ja abgesagt. Viel Wald eben, ein paar niedliche kleine Sommerhäuschen in rot gestrichen, mit weißen Fensterrahmen und davor meist noch eine Herde Schafe auf der grüüüünen Wiiiiese… HURZ… mir war grad danach 😀 Alles ganz idyllisch jedenfalls.

Immer wieder neue Pläne: Nach Trondheim

Am Ende habe ich zwei Stunden in Trondheim damit zugebracht, das Hostel zu finden. Bin irgendwie ein paar Haltestellen zu früh raus, nur weil ich irgendwo meinte den Namen dieses „Wanderheims“ gelesen zu haben… Der Name war’s, das Heim nicht. Nun habe ich dort zweimal genächtigt und musste heute auschecken, weil alles ausgebucht ist und Claudi sich gestern um Mitternacht endlich entschieden hatte, wann und wie es weiter nach Norden gehen soll und wie lange sie deshalb noch hier bleiben möchte.

Mehr Fotos von Oslo und Norwegen

Immer wieder neue Pläne: Ab Trondheim

Ich hatte das so schön geplant: Noch eine Nacht in Trondheim, dann morgen Mittag mit den Hurtigruten zu den Lofoten, dort für zwei Tage aussteigen und dann irgendwann weiter per Schiffchen nach Tromsö. Toller Plan! So nun nicht mehr machbar. Es sei denn, es sagt noch jemand im Hostel ab, dann kann ich bleiben.

Plan B also: ich steige heute Nacht in den Zug nach Bodö, wo ich dann morgen Früh ankomme und eine Übernachtung gespart habe. Von dort per Speedboot auf die Lofoten und in den nächsten Tagen von dort weiter per Hurtigruten nach Tromsö. Gar nicht mal so übel. Was bin ich ein stolzer Sparfuchs.

Trondheim – Olavs alte Hauptstadt

Ja und neben dem Logistischen wollt ihr jetzt was über die alte Hauptstadt wissen, gell? Also, Nidaros (ich muss da immer an meine alte Wahlheimat Nidderau denken…) wurde vom Wikingerkönig Olav Tryggvason, den man nach seinem Tode heilig gesprochen hatte, gegründet. Der heilige Olav hängt also überall im Stadtbild herum. Eine Statue steht mitten auf dem Markt. Ich nehme an, das soll Olav zu seinen unheiligen Lebzeiten darstellen, zu seinen Füssen liegt nämlich ein Kopf!

Trondheim

Nidarosdom

Ansonsten gibt es Tausende Olavskirchen, den Nidarosdom (erinnert binnen wie buten an Notre Dame) mit wirklich schönen Glasfenstern und einen Friedhof mit ungewöhnlich vielen Obelisken als Grabsteine drumherum. Kann ich mir den „tollen Wikingerfriedhof“ in Harstadt jetzt sparen, Carsten? Echt, was habt ihr nur alle mit tollen Friedhöfen?! Habe den Nidarosdom von allen Seiten betrachtet, eine Weile die große Glasrosette mit offenem Mund bestaunt und auf einer Bank davor in der Sonne gesessen. So muss Entspannung sein.

Trondheim Nidarosdom

Außerdem beherbergt dieses „Olavsheim“ eine Festung, die ausnahmsweise nach einem Kristian benannt wurde. Da war ich vorhin im schönsten Sonnenschein Kaffee schlürfen, gleich neben den Kanonen. Tolle Aussicht übers Städtchen!

Endlich, Bryggen!

Und hey, statt Bergen und Ålesund, hab ich nun die Bryggen von Trondheim fotografieren können. Alte Speicher, die demnächst im Nidavel versinken, wie es aussieht. Aber schön bunt, Bilderbuch-Skandinavien wie man es sich wünscht. Auf der Suche nach einem neuen Buch schlenderte ich schon mehrere Male durch die recht überschaubare Innenstadt mit den hübschen bunten Holzhäusern. Immerhin gibt es an jeder Ecke einen Pölser-Stand (Hot-Dogs). Bin also gut versorgt mit Futter für Leib und Seele 😉

Claudi an den Trondheimer Bryggen

Abendprogramm

Da Trondheim eine Universitätsstadt ist, gibt es auch ein bisschen Unterhaltung am Abend. Habe auf den Lonely Planet gehört und bin ins „Cafe 3 B“ gegangen. War ungemütlich und statt Rock dudelte zu viel Punk über die Lautsprecher. Als ich an der „Rock City“ vorbeikam, stolperten mir schon die ersten Teenies besoffen über den Weg – um 22 Uhr. Das war bestimmt eine Ausnahme! Normalerweise fangen die gar nicht vor 23 Uhr an.

Heute Nacht fahr ich zur Hölle! Zumindest rast der Zug durch das Dörfchen Hell, was eigentlich Überhang/ Überschwang auf Norwegisch bedeutet, aber jeder englischsprechende Ausländer als Hölle fotografiert.

Hilsen
Claudi 🙂

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