Reisetipp: Souvenirs Souvenirs
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Reisetipp: Souvenirs Souvenirs

Souvenirs, Souvenirs besang Bill Ramsey 1959 mit sehr viel Plaisir. Und da schlug er mal eben eine Gitarrensaite von Elvis oder das weiße Tuch von Louis‘ Trompete vor. Auf solche Ideen würde ich bei einer Souvenirjagd gar nicht kommen. Aber 1959 lebten Elvis und Armstrong ja auch noch und da galten Souvenirs auch noch als Erinnerungsstücke, das man sich erkämpfen muss oder mit Glück ergattern kann, nicht als Reisemitbringsel aus einem dafür geschaffenen Shop.

Es gibt Tausende Berichte, welche Art des Mitbringsels verboten ist, dass es weder ein lebendes noch ein totes Krokodil sein darf und die Schlange im Schnapsfläschchen bitte auch nicht mitreisen soll. Wir kennen das. Was also mit nach Hause nehmen, das fürs Urlaubsland typisch ist, den Spaß oder ein schönes Erlebnis des Urlaubs widerspiegelt und nicht in alle Ewigkeit den Schrank zustaubt? Ich habe über die Jahre fünf Typen von Souvenirs für mich identifiziert, von denen ich immer mindestens eins von einer Reise mitbringe – ob der Rest des Haushalts es nun will oder nicht.

Sehr wohl SCHNICKSCHNACK

Meist handelt es sich um eine Miniatur einer Sehenswürdigkeit, die mir sehr wohl den Schrank zustaubt. Ein Eiffelturm ist nicht dabei! Aber eine Tequilla-Flasche mit Mexico-Hut, 4 verschiedenfarbige Fläschchen Curacao-Likör und ein kleines Holz-Tiki. Ich verbinde damit Urlaubserinnerungen, die meine Begeisterung auf der Reise ausgelöst haben.

Ich musste ein Tiki mitnehmen, weil es am Strand von Pu’uhonua o Honaunouso gewindet hatte, dass wir die meterhohen Tiki-Statuen gar nicht sehen konnten!

In der Curacao-Fabrik in Willemstad habe ich gefühlte stundenlang nach der Erklärung für das Blau im Curacao fragen müssen – klar habe ich so eine Flasche! Selten gibt es auch mal etwas Großes, wie eine Valiha, ein typisches Instrument aus Madagaskar. Ich habe sie nur gekauft, weil eine Kollegin eine wollte und der Akt des Kaufes so lustig war, dass ich nun eine Valiha an der Wand hängen habe, ohne sie wirklich spielen zu können. Ich schmunzle regelmäßig, wenn ich daran denke, wie ich eine ganze Reisegruppe mit dem Geklimper nerven konnte 😉

KLAMOTTEN

Am liebsten T-Shirts. Nein, nicht die mit I herze NY oder Singha-Beer aus Thailand. In Thailand sind die Klamotten auf den Märkten von so übler Qualität, dass sie nach dem Urlaub garantiert zerfallen. Aber ich gebe zu, mehrere San Francisco-T-Shirts zu besitzen, 2 mit der Brücke drauf, ohja! Auf meiner Weltreise habe ich damit angefangen, weil T-Shirts schnell gegen alte austauschbar sind und so keinen Platz im begrenzten Gepäck wegnehmen. In Florenz habe ich mal ein Iron Maiden-Shirt erstanden – keins der üblichen Merchandise-Reihe, zieh es nie an, ohne an Florenz zu denken. Und nach bestandener Tauchscheinprüfung habe ich noch in der Tauchschule ein T-Shirt erstanden, das im coolen Cola-Schriftzug vom „Open Ocean“ zeugt. Wenn ich das anziehe, wandern die Gedanken in der Zeit zurück. Aus Tasmanien brachte ich meiner Mutter Himbeer-Socken mit: rot und mit Himbeerduft, ich fand die Idee der Himbeerfarm so genial, dass ich zugeschlagen habe. Sinn macht das nicht, aber der Aha-Effekt war da. Fleecejacken und Schals sind auch sowas praktisches zum Mitnehmen. Zuletzt brachte ich von Elba eine Mussolini-Küchenschürze mit.

Tassen

Sperrig, zerbrechlich und nix für eine Rucksackreise, aber eine Tasse bringe ich fast immer mit. Keine 08/15 mit Aufdruck. Ich mag‘s ausgefallen und kreativ und die meisten Souvenirshops kommen diesem Anspruch mittlerweile nach. Wenn es doch mal 08/15 wird, dann aber nur bei dieser Kaffeekette mit dem grünen Logo 😉 Meine Puffintasse war das perfekte Mitbringsel von den Shetlands, weil ich dort fast ein Woche lang nur diese, meine Lieblingsvögel beobachtet und fotografiert habe. Auch aus Schottland, nach einem Trip zu den Highland-Games, stammt die Schottenrocktasse. In San Francisco habe ich eigentlich nur eine bauchige, blaue Tasse erstanden. Weil aber mein Bekannter sah, wie mir die Augen bei dem Angebot übergingen, hat er mit 2 weitere Tassen gekauft und nachgeschickt. Mittlerweile ist die Sammlung der (Reise)tassen auf stattliche 40 angewachsen und sie werden alle benutzt.

Essen

Sofern es Ein- und Ausfuhrregeln des Landes zulassen, nehme ich des Öfteren etwas landestypische Kost mit nach Hause. Das verlängert den Geschmack von Erholung und Urlaub auf dem Gaumen. Aus Südostasien: Rambutan, Mangosteen oder Longan, frisch verpackt am Flughafen zu erstehen! Aus Äthiopien: Kaffee, weil die Kaffeezeremonie ein wahres Erlebnis ist. Auch Hawaii und Indonesien sind typische Kaffeedestinationen. In Norwegen habe ich mehrere Supermärkte nach Gudbrandsdalen absuchen müssen, um den Heimgebliebenen etwas Norweger-Geschmack mitzubringen und meine Freude über Land und Lebensstil zu teilen. Natürlich mochte niemand den karamelligen braunen Käse. Haggis aus Schottland – außer mir isst das natürlich Zuhause auch keiner. Safran und Gewürze aller Art aus Jordanien – vor allem, weil es billig ist. Und wer je in Lissabon Pasteis de Natal gegessen hat: die schmecken dort am besten und man sollte so viel wie möglich mitnehmen! Auch lecker, aber total unhandlich zu transportieren: Wein aus Chile, Australien, Südafrika etc.

Fotos

Muss es eigentlich überhaupt ein Souvenir sein? Wir häufen dank digitaler Fotografie und Speicherkarten zu Spottpreisen Tausende Fotos pro Urlaub an – eigentlich ein ganzer Haufen Erinnerungswert. In den ersten Jahren als Reisejournalist habe ich nach jeder Reise ein Fotoalbum angelegt. Eines aus Papier und gedruckten Fotos! Bis es zu viele Reise hintereinander waren und ich keine Zeit mehr hatte, die Bilder zu bändigen. Heute mache ich mir von EINEM guten Bild einen Abzug und häng es an die Wand – ja, die wird immer voller. Digitale Fotoalben sind definitiv eine Lösung. Mein bisher schönstes Souvenir: Ich habe in Thailand im letzten Jahr für ein paar Tage bei Einheimischen gelebt und mit ihnen Dachmatten geflochten, Pudding gekocht und Tücher bemalt. Dieses Tuch ist jetzt ein Deckchen für den Couchtisch und erinnert mich immer an diesen herzlichen Aufenthalt.

Dieser Artikel erschien auch im HRS-Blog

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