Wie ich in Rio dem Fußball entfloh und in Petropolis nach einem Grab suchte
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Wie ich in Rio dem Fußball entfloh und in Petropolis nach einem Grab suchte

Ja, hier läuft rund um die Uhr eine Pepsi-Werbung, die in Gedenken an die große deutsche Schwesternation ganz tief in den Achziger-Archiven gewühlt und Stefan Remmler ausgebuddelt hat! 😀 Tja, die letzte Woche ist angebrochen… also, was gibt es noch zu berichten?

Ach ja, Rio! Nun, die Sambametropole ist dieser Tage ähnlich wie Buenos Aires in die Nationalfarben gehüllt, ich bin die einzige, die kein Brasilientrikot trägt 😀 Habe die Stadt ein wenig durchwandert, immer mit einen gelb-grünen Schleier vor Augen. Die sind noch bekloppter als die Argentinier hier!

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Die Copacabana ist zur Zeit leer. Es ist ja Winter (und über 20 Grad!). Sehr angenehm, auch wenn die Bettenburgen im Hintergrund den Strand nicht gerade attraktiv machen. Gestern sind wir mit Asaf (einem Israeli aus dem Hostel) zum Zuckerhut gewatschelt.

Eis auf dem Zuckerhut

40 Minuten bis zur Seilbahn und dann in zwei Stufen bis zum Gipfel per Gondel. Gute Aussicht bis rüber zum Christus. Man kann Hubschrauberrundflüge machen, aber irgendwie werden die Spendierhosen auf den letzten Metern doch etwas eng. Man sieht auch so genug von der Bucht, die Copacabana und alle anderen Strände, die Inseln vor der Stadt und eine Menge Dunst – ist halt eine Millionenstadt.

Strand von Copacabana - einsam und verlassen im Juni 2006

Zwischendurch haben wir noch einen Tagesausflug nach Petropolis gemacht. Meine literarische Unterbelichtung hat sich mal wieder bewahrheitet.. wer ist Stefan Zweig?! Jaja, ich kenn den Namen, aber mehr auch nicht. Mister „Germanistik-Student und Deutsch-Fan Nr.1“ war also der Initiator der Reise. Zum Zweig-Grab (in zwei Anläufen) und an dessen Haus vorbei. Anstrengende Tour. Dafür ist die Stadt aber recht nett. Es gibt eine Bauernstube und das berühmte Oktoberfest wird hier auch gefeiert. Mutet alles sehr deutsch an, es gibt sogar Fachwerkhäuser! Deutsche Enklave, wie so viele in Südbrasilien und Argentinien. Geflüchtete Juden, Deutsche und Nazis haben hier alle eine zweite Heimat gefunden. Hab ich erwähnt, dass in einem der Hostel neben dem Spanisch-Hebräisch Wörterbuch eine Hitler-Biografie rumlag? Fand ich interessant…

Zurück zu Petropolis. Wir haben die Brasilien-Spiel-Aufwärmrunde in der Stadt miterlebt. 2 Stunden vorher schließen die Geschäfte, alle mit Tröten und in Gelb-Grün unterwegs. Siegessicheres Volk. Sind zum Busterminal geflüchtet und haben dort das Spiel geguckt. Was ein Gekreische, wenn die mal das Tor treffen! Am Sonntag spielen sie wieder… mal sehen, ob ich mich raustraue und für Basti eine Fotostrecke zusammenbekomme 😉

Für morgen steht erst einmal ein Ausflug zu Christus dem Erlöser an, bevor der Isländer am Samstag den Abflug macht und mir das Feld allein ueberlässt. Mal schauen, wie ich die letzten Tage noch rumbringe.
Soweit erstmal der Beinahe-Endstand.

bis die Tage
Claudi 🙂

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