In San Franciscos Hippie-Viertel auf der Suche nach Love &  Peace
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Where Is The Love?

In San Franciscos Hippie-Viertel auf der Suche nach Love & Peace


Where is the Love? Gute Frage! Nächste Frage! Wo bin ich? Antwort: Weit weg von einer Antwort auf die erste Frage. Und in der Nähe von San Francisco 🙂 Wenn man schon mal Bekannte in der Gegend hat, kann man auf einem Zwischenstopp ja mal vorbeischauen. Ich erhole kurz bei Onkel Will und Tante Linda, bevor es auf anstrengende Pressereise nach Hawaii geht 😀 Tolles Wetter hier drüben! Auf dem Flug hierher sah’s ja eher trübe aus. Viel Dunkel über Grönland, viel Schnee auf Kanada… aber Sonne in der Flower-Power-City! Nachdem meine reizenden Gastgeber mal wieder alles tun, um mich gut zu unterhalten, hab ich also wieder viel und vor allem neues in S.F. und Umgebung bestaunen dürfen. Eigentlich sollte ich gerade auf einem Konzert sein. Leider war heute nur Andre Rieu abkömmlich, die anderen Holländer sind schon durch. Schade.

Wo sind die Blumenkinder?

Also, statt Rock’n’roll mit Van Halen habe ich versucht die Überreste der Blumenkinder zu erforschen. Nein, keine Friedhofspaziergänge! San Francisco hat ja diese vielen Nachbarschaften/ districts. Jeder Stadtteil eine andere Einwanderer-Gruppe. Was den Berlinern Schöneberg ist, heißt hier Castro. Dann gibt es noch ein Viertel, in dem hauptsächlich Chinesen leben, eins für Russen, Japaner, Latinos, Italiener, u.s.w und eins, in dem die Hippies in den 60ern anfingen sich auf die Straße zu setzen und Friede, Freude, Eierkuchen zu predigen und vor allem friedfertige Pflanzen zu rauchen.

Ich war also in Haight Ashbury und hab mal nachsehen wollen, ob es noch Hippies gibt. In dem kleinen Laden an der Ecke Haight-Masonic stapelte sich das Klopapier. Tausendfach grinst dort Präsident Bush herab, seine unglücklichsten Aussagen locken zum Abwickeln und Wegspülen. Vor der Kasse bergen Körbe Anstecker vergangener Musikergrößen wie Janis Joplin und Jefferson Airplane. Darunter brillieren die Haschischpfeifen in der Vitrine wie Blumenvasen im Wohnzimmerschrank.

Die Fassaden der Shops und Tourifallen sind größtenteils bunt, ein paar der Leute auch. Die meisten sind jung und punkig bunt, die wenigen Alten auf der Straße sind Obdachlose, waren aber sicher mal Hippies. Von Liebe wenig zu spüren, aber auch nicht komplett kommerziert. Ich mochte es irgendwie. Vielleicht auch, weil in der Pizzeria Led Zeppelin lief 🙂

Golden Gate Bridge & Park

Einen Abstecher zur ollen roten Brücke konnte ich mir nicht verkneifen. War ja tolle Sicht. Onkel Will sagt, im Sommer nach San Francisco zu kommen macht gar keinen Sinn, da ist immer Nebel. Hab also die richtige Jahreszeit erwischt! Neben der Golden Gate Bridge gibt es ja auch noch den gleichnamigen Park. Der liegt allerdings nicht so direkt daneben. Wir haben dort im Japanischen Teegarten Tee getrunken, Eichhörnchen gefüttert und sind dann zum Botanischen Garten gewechselt, in dem noch mehr Eichhörnchen durchs Gebüsch flitzen und um Cracker betteln. Sehr grüne Angelegenheit, das.

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Chinatown

Von der grünen Lunge der Stadt ging’s ins chinesische Herz – Chinatown. Ich bin immer wieder baff: Mitten in einer englischsprachigen Stadt gibt es zwei Straßen, in denen kein Mensch weder Englisch spricht, noch versteht, alles durcheinanderwuselt wie aufm Basar und die eigenartigsten Gerüche durch die Luft gehen. Chinesische Gemüse-, Fisch- und Trockenfutterstände, dazwischen Klamotten made in Taiwan und erdrosselte Enten im Schaufenster. Sehr authentisch. Auf dem Platz am Parkhaus haben sie sogar ihr eigenes kleines Freiluft-Vegas (inkl. Geschlechtertrennung) gegründet. Und die Ordnungshüter laufen einfach dran vorbei 😀

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Berkeleys Hippies

Da die Liebe der Chinesen ungefähr genauso groß ist wie sie selbst, mochte man mich da nur bedingt fotografierenderweise dulden. Onkel Will schlug daher vor, die Hippie-Kultur in Berkeley zu untersuchen. Und siehe da: dort sind sie! Die Hippies aus den 60ern verkaufen da heute noch Tag für Tag Aufkleber mit Friedensbotschaften und Postkarten mit psychedelischen Herzen, entsprechendes Equipment zum Rauchen und Bücher über Mariuhana-Züchtung… Lauter alte Zausel, die seit 40 Jahren damit durchkommen! Erstaunt mich schon. Vor allem die Straße zur Eliteuni hoch, ist voll mit diesen Händlern. Wenn ich die so sehe, mach ich mir echt keine Sorgen mehr um meine Zukunft 😀

Weintour durchs Napa Valley

Ob man da nun von gefundener Liebe sprechen kann, weiß ich nicht. Ich hab die Suche irgendwann aufgegeben und mich stattdessen auf eine Weintour führen lassen. Großartig. Napa Valley – die Heimat von Zinfandel und … Sachen, mit denen ich mich nicht auskenne. Aber leckere Weine. Eine Straße, hunderte Weingüter rechts und links, tausende Touris beim Picknicken und Süffeln. Wir haben bei unserem Picknick einen Italiener mit seinen Eltern getroffen. Nennen wir ihn mal Paolo. Paolo konnte Englisch, Mamma und Pappa nicht. Sie besuchen ihn für 3 Wochen. Er rollt mit den Augen und gesteht uns „verdammt lange Zeit!“ 😀 Also, ich frag Paolo, was er so von diesem Weinland hier hält. Er findet’s toll. Zu teuer, aber gut. Haben wir das nun also auch aus eines Italieners Munde vernommen!

Was das teuer angeht: hat er absolut Recht. Auf Francis F. Coppolas Gut wollten sie fürs Verkosten 25 Dollar pro Person. Und es gab kein Autogramm dazu! Dafür habe ich auf dem Sterlinggut einen Neuseeländer getroffen. Er gab sich als solcher erst zu erkennen, als Will und Linda mal wieder mit „Claudia from Germany“ anfingen und die Weltumrundung nicht auslassen konnten. Da hat er gefragt, was mein Lieblingsland sei. Er ist fast geplatzt vor Stolz 😀 Und der Wein war lecker… leider auch teuer. Und so gute Freunde sind wir dann doch nicht geworden, dass er uns noch eine Flasche aufn Weg mitgegeben hätte… Stattdessen gab es Sushi (jap, ich nehm hier die volle Dröhnung RTW-Erinnerungspaket mit!), das ich freundlicherweise zugunsten eines Riesentellers Tempura verschmähen durfte. Nach all dem Wein noch heißen Sake… das tötet alles!

Morgen gibt es Football live, mit Parkplatzparty und angeblichen Karnevalsausmassen… Wir werden sehen! Danach muss ich mal langsam meine eigentliche Reisegruppe treffen, Montag geht’s schließlich nach Maui!

In diesem Sinne Love, Peace & Aloha!
Claudi 🙂

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